Schwerpunkt · Vöcklabruck
Beziehungs- und Bindungsthemen
Immer wieder ähnliche Konflikte, die Angst, verlassen zu werden, Bindungsangst, Eifersucht oder das Gefühl, sich in Beziehungen selbst zu verlieren: Viele Menschen spüren, dass sich bestimmte Muster wiederholen, auch mit wechselnden Personen.
Worum geht es?
Wie wir Nähe und Distanz erleben, wem wir vertrauen und wie wir mit Konflikten umgehen, wird stark von frühen Bindungserfahrungen geprägt. Aus ihnen entstehen innere Erwartungen, etwa „Wenn ich meine Bedürfnisse zeige, werde ich abgelehnt“ oder „Am Ende gehen alle“. Solche Erwartungen steuern unbemerkt, wie wir Situationen deuten und darauf reagieren: mit Klammern, Rückzug, Kontrolle, Anpassung oder Angriff.
Oft führen gerade diese Schutzreaktionen dazu, dass sich die befürchtete Erfahrung wiederholt. Das ist kein persönliches Versagen, sondern ein erlernter Kreislauf, der sich verändern lässt. Beziehungsthemen sind häufig mit Selbstwertproblemen, Ängsten oder Depressionen verknüpft. In der Behandlung werden diese Zusammenhänge mitberücksichtigt.
Wie läuft die Behandlung ab?
Die Behandlung verbindet verhaltenstherapeutische und schematherapeutische Methoden. Typische Schritte sind:
- Muster sichtbar machen: Anhand konkreter Situationen aus Ihrem Leben untersuchen wir, was Ihre Reaktionen auslöst und wie sich der Kreislauf zwischen Ihnen und anderen aufschaukelt.
- Die Wurzeln verstehen: Wir betrachten, welche Bindungserfahrungen und Grundbedürfnisse hinter den Mustern stehen, ohne Schuld bei Ihnen oder anderen zu suchen.
- Gefühle und Bedürfnisse wahrnehmen: Sie lernen, früher zu erkennen, wann alte Muster anspringen, und was Sie in diesem Moment eigentlich brauchen.
- Neues Verhalten üben: Bedürfnisse klar ansprechen, Grenzen setzen, Konflikte anders austragen: zunächst im geschützten Rahmen der Therapie, etwa im Rollenspiel, dann im Alltag.
Die therapeutische Beziehung ist dabei ein wichtiges Übungsfeld: Hier kann erlebt und besprochen werden, was in anderen Beziehungen oft schwerfällt.