Schwerpunkt · Vöcklabruck
Persönlichkeitsentwicklungsstörungen
Manche Schwierigkeiten zeigen sich nicht nur in einzelnen Situationen, sondern ziehen sich wie ein roter Faden durch das Leben: in Beziehungen, im Beruf und im Umgang mit sich selbst.
Was ist eine Persönlichkeitsentwicklungsstörung?
Jeder Mensch hat typische Arten zu denken, zu fühlen und sich zu verhalten. Von einer Persönlichkeitsentwicklungsstörung spricht man, wenn solche Muster sehr starr sind, früh entstanden sind und in vielen Lebensbereichen zu Leid oder Konflikten führen. Das kann sich etwa als starke innere Unsicherheit, heftige und schnell wechselnde Gefühle, große Angst vor Ablehnung oder Verlassenwerden, übermäßige Anpassung, Misstrauen oder ein brüchiges Selbstbild zeigen. Bekannte Formen sind etwa die emotional instabile Persönlichkeitsstörung, oft Borderline-Persönlichkeitsstörung genannt, oder die ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung.
Der Begriff „Entwicklung“ ist bewusst gewählt: Diese Muster sind keine unveränderlichen Charaktereigenschaften, sondern meist verständliche Antworten auf frühe Erfahrungen, in denen wichtige Grundbedürfnisse wie Sicherheit, Anerkennung oder Selbstbestimmung nicht ausreichend erfüllt wurden. Was damals geholfen hat, Schwieriges zu überstehen, steht heute oft im Weg. Persönlichkeitsstörungen sind deutlich besser behandelbar, als lange angenommen wurde.
Wie läuft die Behandlung ab?
Gut untersucht sind insbesondere die Schematherapie und die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT), deren Elemente ich miteinander verbinde. Typische Schritte sind:
- Ein gemeinsames Verständnis: Wir erarbeiten, welche Schemata und inneren Anteile („Modi“) bei Ihnen aktiv sind, woher sie stammen und in welchen Situationen sie auftreten.
- Stabilität im Alltag: Bei Bedarf erstellen wir zuerst einen Krisenplan und üben Fertigkeiten, um mit starken Gefühlen und Anspannung umzugehen, ohne sich selbst zu schaden.
- Arbeit an den Mustern: Mit Imaginationsübungen, Stühlearbeit und der therapeutischen Beziehung als Erfahrungsraum werden alte Muster emotional bearbeitet und gesunde Anteile gestärkt.
- Neue Wege erproben: Veränderte Haltungen werden in Beziehungen, im Beruf und im Umgang mit sich selbst ausprobiert und gefestigt.
Weil es um langjährige Muster geht, braucht die Behandlung meist mehr Zeit als bei anderen Themen. Die therapeutische Beziehung ist dabei selbst ein wichtiger Wirkfaktor: ein verlässlicher Rahmen, in dem neue Erfahrungen möglich werden.