Schwerpunkt · Vöcklabruck
Stress, Überforderung und Burnout
Dauerhafte Anspannung, Schlafprobleme, das Gefühl, nie fertig zu werden, und Erschöpfung, die auch am Wochenende oder im Urlaub nicht verschwindet: Wer lange über seine Grenzen geht, kann irgendwann nicht mehr.
Worum geht es?
Stress ist zunächst eine sinnvolle Reaktion, die uns kurzfristig leistungsfähiger macht. Problematisch wird er, wenn Erholungsphasen fehlen und die Belastung zum Dauerzustand wird. Burnout ist vor allem durch drei Merkmale gekennzeichnet: tiefe Erschöpfung, zunehmende innere Distanz oder Zynismus gegenüber der Arbeit und das Gefühl, weniger zu leisten. In der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (ICD-11) gilt Burnout nicht als eigene Krankheit, sondern als Folge von chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich bewältigt wurde.
Neben äußeren Belastungen spielen oft innere „Antreiber“ eine Rolle, etwa „Sei perfekt“, „Mach es allen recht“ oder „Sei stark“. Wichtig ist eine sorgfältige Abklärung: Hinter einem Burnout kann sich eine Depression, eine Angststörung oder eine körperliche Erkrankung verbergen, die gezielt behandelt werden sollte.
Wie läuft die Behandlung ab?
Typische Schritte sind:
- Abklären und entlasten: Wir klären, was hinter der Erschöpfung steckt, und schaffen, wo nötig, zuerst Entlastung, etwa durch Pausen und Prioritäten oder, in Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, auch durch einen Krankenstand.
- Belastungen und Antreiber analysieren: Welche Anforderungen kommen von außen, welche stellen Sie an sich selbst? Wir untersuchen die Gedanken und Regeln, die Sie immer weiter antreiben.
- Erholung und Abgrenzung lernen: Schlaf, Bewegung, echte Pausen und das Setzen von Grenzen werden gezielt geübt, auch das Neinsagen ohne schlechtes Gewissen.
- Werte und Balance: Mit Methoden der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) klären wir, was Ihnen wichtig ist und wie Sie Ihre Energie danach ausrichten können.
- Rückkehr und Vorbeugung: Bei Bedarf planen wir den Wiedereinstieg in den Beruf und legen Ihre persönlichen Frühwarnzeichen fest, damit Sie Überlastung künftig früher erkennen.