Schwerpunkt · Vöcklabruck
Emotionale Instabilität und Schwierigkeiten in der Emotionsregulation
Gefühle, die sehr schnell sehr stark werden und nur langsam wieder abklingen, können erschöpfen und Beziehungen belasten. Manche Menschen reagieren dann mit Wutausbrüchen, Rückzug oder impulsiven Handlungen, die sie später bereuen.
Worum geht es?
Emotionsregulation bezeichnet die Fähigkeit, Gefühle wahrzunehmen, zu verstehen und so zu beeinflussen, dass man handlungsfähig bleibt. Bei Schwierigkeiten in der Emotionsregulation reichen oft kleine Auslöser für intensive Gefühle wie Wut, Angst, Scham oder Verzweiflung, und die Stimmung kann innerhalb kurzer Zeit stark schwanken. Die Anspannung steigt rasch und wird als kaum aushaltbar erlebt. Reaktionen, die kurzfristig entlasten, etwa impulsives Handeln, Streit, Substanzkonsum oder Rückzug, lindern den Druck, verursachen aber neue Probleme.
Häufig treffen eine hohe Empfindsamkeit für Gefühle und Erfahrungen zusammen, in denen Gefühle nicht ernst genommen oder bestraft wurden. So konnte kaum gelernt werden, mit starken Emotionen umzugehen. Emotionale Instabilität kann Teil verschiedener Störungsbilder sein, etwa einer emotional instabilen Persönlichkeitsentwicklung, einer komplexen Traumafolgestörung oder von ADHS.
Wie läuft die Behandlung ab?
Die Behandlung orientiert sich an der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT), die speziell für diese Schwierigkeiten entwickelt wurde. Typische Schritte sind:
- Gefühle verstehen: Welche Aufgabe haben Gefühle, woran erkennen Sie sie früh, und was macht Sie besonders verletzlich, etwa Schlafmangel, Stress oder Alkohol?
- Verhaltensanalysen: Schwierige Situationen werden Schritt für Schritt nachvollzogen, vom Auslöser über Gedanken und Körperreaktionen bis zur Handlung. So werden die Stellen sichtbar, an denen Sie anders reagieren können.
- Fertigkeiten (Skills) trainieren: Achtsamkeit, Stresstoleranz für Momente höchster Anspannung, gezielte Emotionsregulation und zwischenmenschliche Fertigkeiten werden geübt, bis sie auch unter Druck abrufbar sind.
- Anwenden und festigen: Die Skills werden in den Alltag übertragen. Ein persönlicher Krisenplan legt fest, was Sie tun, wenn die Anspannung sehr hoch wird.
Ziel ist nicht, Gefühle abzuschalten, sondern sie ernst zu nehmen, ohne von ihnen überrollt zu werden. In akuten Krisen finden Sie sofort Hilfe unter Im Notfall.