Schwerpunkt · Vöcklabruck

Depres­sionen

Eine Depression ist mehr als eine vorübergehende Traurigkeit. Sie ist eine ernsthafte, aber gut behandelbare Erkrankung, die Denken, Fühlen, Körper und Verhalten gleichermaßen betrifft.

Was ist eine Depression?

Typisch sind eine über mindestens zwei Wochen anhaltende gedrückte Stimmung und Niedergeschlagenheit, Interessenverlust und Antriebslosigkeit. Häufig kommen Erschöpfung, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Schuldgefühle, Selbstzweifel und Hoffnungslosigkeit hinzu. Etwa jede fünfte bis sechste Person erkrankt im Laufe ihres Lebens an einer Depression.

Eine Depression entsteht meist aus einem Zusammenspiel von Veranlagung, belastenden Erfahrungen und aktuellem Stress. Aufrechterhalten wird sie oft durch einen Abwärtskreislauf: Wer sich erschöpft fühlt, zieht sich zurück und gibt Tätigkeiten auf, die früher gutgetan haben. Dadurch fehlen positive Erfahrungen, die Stimmung sinkt weiter, und negative Gedanken wie „Ich schaffe das nicht“ oder „Es wird nie besser“ gewinnen an Gewicht. Grübeln verstärkt diesen Kreislauf zusätzlich.

Wie läuft die Behandlung ab?

Bei leichten Depressionen steht psychologische und psychotherapeutische Unterstützung im Vordergrund. Bei mittelgradigen Depressionen gelten Psychotherapie und Medikamente als gleichwertige Möglichkeiten, bei schweren Depressionen wird eine Kombination empfohlen. Wo es sinnvoll ist, arbeite ich deshalb eng mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zusammen. Typische Schritte sind:

  1. Stimmung und Alltag beobachten: Mit einem einfachen Wochenprotokoll wird sichtbar, welche Tätigkeiten Ihre Stimmung heben oder senken.
  2. Verhaltensaktivierung: Sie bauen wieder angenehme, sinnstiftende und strukturierende Tätigkeiten auf, in kleinen, realistischen Schritten statt mit großen Vorsätzen.
  3. Mit Grübeln und negativen Gedanken umgehen: Wir überprüfen typische depressive Denkmuster und üben, aus Grübelschleifen auszusteigen.
  4. Kraftquellen stärken: Schlaf, Bewegung, soziale Kontakte und Selbstfürsorge werden gezielt in den Alltag eingebaut.
  5. Rückfällen vorbeugen: Depressionen können wiederkehren. Deshalb erarbeiten wir Ihre persönlichen Frühwarnzeichen und einen Plan, was Sie dann tun können.

Wenn Sie an Suizid denken, sprechen Sie es bitte an: In der Therapie ist dafür Raum. In akuten Krisen finden Sie sofort Hilfe unter Im Notfall.